Die Einreise auf die Inseln ist (relativ) streng reguliert. Zum einen dürfen keine frischen Früchte, Gemüse, Samen etc. eingeführt werden und zum anderen müssen sich alle Einreisenden registrieren und ein Rückflugticket vorzeigen. Ersteres damit die (endemischen) Tiere und Pflanzen geschützt werden und letzteres, damit es keine unkontrollierte Einwanderung auf die Inseln gibt. Zu guter Letzt wurde unser Handgepäck im Flieger desinfiziert. Keine schlechte Idee.

Auf unserer ersten Insel war dann auch angenehm wenig los. Unsere Unterkunft lag etwas außerhalb (zu Fuß 20 min bis zur Hafenpromenade), was die Sache noch ruhiger machte. Wir hatten ein airbnb-Zimmer bei einer sehr netten Familie. Oft haben wir dort gefrühstückt und / oder Abendbrot gegessen. Das Abendbrot haben wir dann meist zusammen mit Dario, Maru und Elkin zu uns genommen. Irgendwie wurde es zum Ritual, dass Enno, während des Abendessens, von unserem Gastgeber aufgefordert wurde, auf Spanisch zu erzählen, was wir an diesem Tag gesehen und erlebt haben. Das waren auf jeden Fall unterhaltsame Abende.

Da wir im Vorfeld keine Touren oder Ausflüge gebucht hatten, sahen wir uns vor Ort die Angebote etwas genauer an und entschieden uns dann für 2×2 Tauchgänge (Enno) und 1x Schnorcheln (Elisa, parallel zu einem Tauchgang von Enno). Ich war sehr gespannt auf die Unterwasservielfalt und hoffte auf Haie, insbesondere Hammerhaie! Um jetzt vorwegzugreifen: Ich habe bei „Kickers Rock“ einen gesehen 🙂 Während ich mich in der starken Strömung am Felsen festklammerte (es hatte Ähnlichkeiten mit Felsenklettern über dem Wasser), schwamm ein 2-3 m großes Exemplar in aller Ruhe über mich hinweg. Großartiges Gefühl! Aus der Ferne waren außerdem noch andere Haie (Schwarzspitzenriffhaie?) zu sehen. Tja und jetzt hebt man die großen Meerestiere so hervor, aber eigentlich war man die ganze Zeit umgeben von verschiedensten tropischen Fischen (z.B. Papageienfischen), die einem fast schon aufdringlich vor der Maske herumschwammen. Nicht zu vergessen die Schwämme fressenden Schildkröten und die ballonförmigen Fischschwärme (vielleicht 5 m Durchmesser). Einzig die Sicht war mit maximal 8 m eher dürftig, aber die Galapagosinseln sind ja auch für ihre Artenvielfalt und nicht für die gute Sicht bekannt, wie ein Guide richtig anmerkte. Elisa hatte etwas mehr unter der geringen Weitsicht zu leiden und bekam beim Schnorcheln nicht so viel vor die Maske…

Edit Elisa: Außer Fische und schwimmende Seelöwen habe ich leider bei meinem Schnorchelgang nicht allzu viel sehen können. Allerdings fand ich es super faszinierend, als ein Seelöwe neben mir tauchte und Geräusche von sich gegeben hat, die ich ebenfalls wahrnehmen konnte.

Die anderen Tage verbrachten wir unter Mangrovenschatten an den verschiedenen Stränden der Insel, besichtigten die Landschildkrötenaufzuchtstation und wurden langsam braun. Besonderes Highlight waren, besonders für Elisa, die Seelöwen im Hafen von San Cristobal, welche sich von den anwesenden Menschen quasi gar nicht stören ließen und sich auch gerne mal auf Parkbänken oder in leeren Cafes am Hafen niederließen. Die Einheimischen hatten sich wohl damit abgefunden und gingen einfach um die schlafenden Tiere herum bzw. vertrieben sie (falls wirklich nötig, weil z.B. der Weg versperrt war) mit Klappern, Klatschen oder anderen Geräuschen. Der typische Geruch wurde dabei meistens vom Wind vertrieben, was beim Genießen sehr half.

Edit Elisa: Ehrlich gesagt, war ich völlig aus dem Häuschen. Überall waren (schlafende) Seelöwen zu sehen – so gemütliche und witzige Tiere. Wenn Mutter und Jungtier miteinander kommunizierten, klang es eher so als würden sich zwei Menschen mit hohem Alkoholpegel in der Kneipe bepöbeln. Sieht man die Seelöwen im Wasser sind sie flink und wendig. Ich hätte stundenlang zuschauen können.

6 Tage später, am 19.4., ging es weiter per Schnellboot nach Santa Cruz. Elisa wird die ca. 2-stündige Überfahrt nicht in bester Erinnerung behalten – ihr starrer Blick auf den Horizont sprach für sich. Immerhin wurden wir direkt am Hafen von kleinen Riffhaien, goldenen Rochen und Schildkröten begrüßt, was wir auch in den nächsten Tagen zu genießen wussten.

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