… In Cusco gibt es Tourenanbieter für jeden sehenswerten Quadratkilometer in der Umgebung, aber nach der Tourerfahrung vom Vortag wollten wir uns auf eigene Faust in das Heilige Tal vorarbeiten. Außerdem: Autofahren in Peru ist schon im Taxi eine Erfahrung, wie würde es wohl als Fahrer sein? Ich entschied mich aus Vernunftsgründen gegen den Toyota Hilux (schade eigentlich…) und für einen Toyota Corolla. Morgens um 9 Uhr stand ich alleine vor der Mietwagenstation (ich war trotz 3 Monate Südamerika wohl immer noch etwas naiv-optimistisch) und hielt gegen 10 Uhr endlich die Schlüssel in den Händen. Elisa eingesammelt und los ging es. Der Verkehr war, abgesehen von der Innenstadt, tatsächlich handhabbar. Stehenbleiben ist zwar verpönt und rote Ampelphasen sind grundsätzlich ein Grund zum Hupen, wenn diese mehr als 30 sec gehen, aber mit einer gewissen Dreistigkeit kommt man sicher an.
Auf ins Heilige Tal. Ganz im Gedenken an die Inkakultur war unser erster Halt ein Alpakawollbekleidungsshop mit kleinem Streichelzoo (Alpaka und Vicuña), doch die Geldbörse blieb zu. Niedlich waren sie ja trotzdem. Weiter ging es an Inkastätten vorbei (wir waren etwas unschlüssig, aber da ja Machu Picchu wartete, wollten wir im Vorfeld keinen Inka-Overload) ins Tal hinein nach Pisac. Pisac ist, wie uns der Reiseführer dann verriet, ein New-Age-Zentrum für spirituelle Menschen. Die Stadt/ das Dorf war eine witzige Mischung aus Andenkenläden, veganen Cafés, kleinen Gässchen und europäischen Aussteigern (zumindest sahen sie so aus). Wir fanden ein ruhiges Cafe für die Mittagsstunde und ich fand außerdem ein Trikot der peruanischen Nationalmannschaft. Am 13. Juni geht es gegen Australien um das aller, allerletzte Ticket für die WM Ende des Jahres in Katar. Ich hoffe, sie schaffen es.

Weiter ging es durchs heilige Tal, an Meerschweinchen-Restaurants mit witzigen Meerschweinchen-Figuren vorbei, über eigenwillige „verkehrsberuhigende“ Bodenwellen mit garantiertem Unterbodenkontakt nach Ollantaytambo. Ollantaytambo mit faszinierenden kleinen Gässchen und Wasserläufen zeigte sich von seiner touristischen Seite, mit Riesentrubel am Hauptparkplatz und absolut individuellen Souvenirständen. Elisa shoppte gleich mal einen neuen, kleinen, absolut einzigartigen Rucksack (wir sahen ihn dann noch 3-5x) und bevor es komplett ausartete, wanderten wir auf den benachbarten Berghang mit tollem Blick auf die lokale antike Stätte mit Sonnentempel und Inka-Bergfestung. Gemächlich ließen wir den Tag ausklingen und fuhren durch die Dunkelheit zurück nach Cusco. Ich hielt mich hinter den Bussen, denn die waren dank lokaler Schlaglochkenntnissen am schnellsten unterwegs. Ich muss aber sagen, dass ich nach 2 Stunden froh war im Zentrum von Cusco angekommen zu ein. Wir kamen genau rechtzeitig zur Einweisung für die Wanderung nach Machu Picchu (Elisa wurde schon leicht nervös) und fanden einen Parkplatz (ohne Park- und/ oder Halteverbot) mitten im Zentrum. Dort fand uns nach der Einweisung auch der aufgeregte Rücknahmebeauftragte des Autoverleihs, der uns schon vor einer Stunde am Verleih erwartet hatte. Die Kommunikationskette hatte offensichtlich von der Ausleih- zur Rücknahmeperson nicht funktioniert; und wie er uns jetzt mitten im (nicht gerade kleinen Zentrum) gefunden hatte, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht per GPS Tracker? Naja, wir gaben das Auto einfach dort zurück. Nun hieß es packen für die nächsten 5 Tage.











