Tulum. 15. – 19. März. Eine kleine Enttäuschung war es schon für uns. Irgendwie hatten wir es uns nicht ganz so touristisch vorgestellt – vielleicht etwas naiv. Aber der Reihe nach. Am ersten Tag holten wir uns einen Roller und warfen uns in das mexikanische Straßengetümmel. Ziemlich chaotisch, voll und immer kommt jemand von rechts oder links. Höchste Zeit, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Nach kleinem Einkauf für die nächsten Frühstücke ging es zu den Ruinen von Tulum. Der Weg zu den Ruinen führte zwangsweise durch (ohne Übertreibung) 500 m eng gedrängte Souvenirbuden und Tourenanbietern für die verschiedenen Aktivitäten in der Umgebung. Als wir endlich den Eingang zur Ausgrabungsstätte erreichten, zeigte das Thermometer gegen 15 Uhr noch über 30°C an und die Sonne strahlte. Die Ruinen liegen spektakulär am Strand, man kann sich quasi vorstellen, wie vor 500 … 600 Jahren die Handelskanus am Strand anlegen und die Tempel weit über das Meer sichtbar waren. Also zumindest für mich. Elisa war von den alten Steinen nicht ganz so beeindruckt, aber die beobachteten Tiere (Echsen, Nasenbären, Geckos) wogen es wieder auf. Nach kurzem Abendessen etwas abseits vom Touristenhotspot (Fisch und Shrimps) gings ins Bett.

Am nächsten Tag hatten wir uns eine Cenote (eine mit Süßwasser gefüllte Höhle) ausgesucht, die wie erhofft etwas ruhiger, da abgelegener war. Sac Aztun. Schnorchelnd durchquerten wir diese halb geflutete Tropfsteinhöhlen, wobei das Wasser langsam über ein 350 km langes Höhlensystem ins Meer abfließt. Der Wasserstand sei daher auch tidenabhängig – spannend. Die Bilder sprechen hier für sich. Schön ist aber, dass die Cenote mitten im „Dschungel“ liegt und man wirklich das Gefühl hat, mitten im Nirgendwo zu sein. Abschließend ging es gegen Nachmittag durch den Verkehr an den Hauptstrand von Tulum, wobei man diesen nur durch die Karte erahnen konnte. Sehen konnte man ihn nicht – zu gut war er von Hotels und Beach Clubs abgeschirmt. Stoßstange an Stoßstange schob man sich über die einzige Straße am Strand entlang, auf der Hoffnung nach einem direkten Zugang zum Meer (wurde nicht erfüllt, aber vielleicht waren wir auch nicht geduldig genug) bis wir uns einen Beach Club raussuchten, parkten und eine Liege im Schatten in Anspruch nahmen. Feiner weißer Sandstrand und blaues Meer übersäht von gebräunten Sonnenanbetern – also man kann schon verstehen, warum es die Menschen hierherzieht, aber… Naja, die einsamen Strände auf Kuba hatten es uns mehr angetan. Auch, wenn uns da keine überteuerten Pommes serviert wurden. Abends gabs Tacos (ziemlich lecker), welche Elisas Magen leider nicht zusagten, sodass sie zwei Tage flach lag. Es könnte auch der Saft gewesen sein – schwer zu sagen. Enno gings zumindest nicht schlecht und der hatte auf Saft verzichtet. So oder so, bis zur Abreise nach Valladolid anderthalb Tage später hatte Enno eher mehr Zeit für sich und gönnte sich neben einem faulen Tag am Pool (Elisa musste noch vorsichtshalber überwacht werden), einen Ausflug zur Wäscherei und zum Taco Take-Away, zwei Tauchgänge in einer der beliebteren Cenoten in der Nähe von Tulum – Dos Ojos.

Ich bin eigentlich kein Fan vom Höhlentauchen (ich hab‘ da mal so einen Film gesehen. Sanctum. (LINK: https://www.youtube.com/watch?v=OgW7L2uq2VM) und seit dem Erlebnis habe ich eine leichte Höhlentauchphobie…) Doch nach dem Schnorcheln hatte ich das Gefühl, dass das ein ziemlich einmaliges Ereignis werden kann und sogar für meinen kleinen Tauchschein (ohne spezielle Höhlenausbildung) werden Tauchgänge angeboten. Kann ja also nicht so schlimm werden, oder? Spoiler: Wurde es auch nicht. Per WhatsApp organisierte ich mir einen Platz für den nächsten Morgen und los ging es. Absolut spektakulär. Wenig maritimes Leben, aber tolle Steinformationen (Stalagtiten und Stalagmiten) und wirklich faszinierende Lichtspiele durch das einfallende Sonnenlicht. Leider gibt’s hiervon keine Fotos.

Mittags gings zurück und nachmittags schon mit dem Bus nach Valladolid zur nächsten (und letzten) Station in Mexiko.

Wilde Orchideen

     

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